Friedhöfe strahlen besonders nachts diese Kombination aus Stille und Gruselfaktor aus. Genau eben diese Mischung machte sich Perus Hauptstadt Lima zum Vorteil.

Nächtliche Führungen auf dem historischen Maestro-Friedhof sind dort der neueste Touristentrend.
Busweise kommen die Touristen angereist, um einmal eine Führung samt Stadtführer und Gänsehaut zu erleben. Die neue Attraktion hat es vor allem Schülern angetan. Besonders begeistern die Führungen mit dem Inhalt Tod. Aber auch Führungen rund um die Liebe sind vor allem am Valentinstag beliebt.
1808 öffnete der Matías Maestro Friedhof seine Pforten das erste Mal. Seit damals wurden dort mehr als 200.000 Menschen vergraben, darunter ein Dichter im Stehen. 800 Mausoleen dienen als letzte Ruhestätte für die besonders Wohlhabenden.
Der Maestro Friedhof entstand aus den ersten Hygienevorschriften heraus, um Epidemien zu verhindern. Davor wurden die Toten rund um die Kirchen und Krankenhäuser bestattet. Um den unangenehmen Gestank des Friedhofs zu vermeiden, wurde ein Platz zehn Kilometer vor der Stadt und direkt neben einem Fluss ausgewählt.
Im Vergleich zu modernen Friedhöfen wirkt der Matías Maestro Friedhof ohne Strom oder Wasser direkt mittelalterlich. Seinen einstigen Zweck, nämlich Begräbnisse von Menschen, hat er längst schon verloren. Doch heute ist er noch eine sehr beliebte Pilgerstätte. Große Persönlichkeiten wie namhafte ehemalige peruanische Präsidenten liegen dort Grab an Grab mit den Unabhängigkeitshelden begraben. Besonders beliebt ist das Grab des Dichters Chocano, der, wie sich persönlich von ihm in seinen Gedichten gewünscht, stehend begraben wurde.
Bildquelle: Flickr/By Lanz, CC
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August 6th, 2012
Andreas Seidel
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